Raucherwohnung streichen: Nikotin richtig isolieren
Wer eine Wohnung übernimmt, in der lange geraucht wurde, sieht es oft sofort: gelbliche Wände, braune Ränder über Bildern und ein Geruch, der nicht verschwindet. Viele denken, ein frischer Anstrich löst das Problem. Leider ist es nicht so einfach.
Warum normale Wandfarbe bei Nikotin nicht reicht
Nikotin und Teer setzen sich in Wänden und Decken fest. Wird einfach mit normaler Wandfarbe darübergestrichen, lösen sich diese Stoffe mit der Feuchtigkeit der Farbe an. Nach einigen Tagen schlagen gelbe Flecken wieder durch. Dann muss nochmals gestrichen werden, und das kostet doppelt.
Woran erkenne ich Nikotin an der Wand?
- Die Wände sind gelblich oder bräunlich, besonders an der Decke.
- Wo Bilder oder Schränke standen, ist die Wand heller.
- Ein feuchter Schwamm über die Wand wird gelb.
- Die Wohnung riecht nach Rauch, auch wenn gelüftet wurde.
So streichen wir eine Raucherwohnung
- Anschauen: Wir schauen vor Ort, wie stark die Belastung ist und ob Decke, Wände, Türen und Fenster betroffen sind. Die Besichtigung ist kostenlos.
- Isolieren: Wände und Decke bekommen zuerst einen Isolieranstrich mit einer lösemittelhaltigen Spezialfarbe. Sie sperrt das Nikotin ab, damit nichts mehr durchschlägt. Bei starker Belastung streichen wir zweimal isolierend.
- Streichen: Erst dann kommt der Schlussanstrich mit einer normalen Wohnraumfarbe (Dispersionsfarbe).
- Holz und Fenster: Fensterrahmen und Türen waschen wir mit Laugenwasser ab, schleifen sie an und grundieren sie lösemittelhaltig. Zum Schluss kommt ein Acryllack, der Fett und Putzmittel gut aushält.


Auf dem Bild sehen Sie den Unterschied: die vergilbte Wand und daneben die frisch gestrichene Fläche.
Ein Beispiel aus unserer Arbeit
2025 haben wir im Kanton Zug ein Hobbyzimmer gestrichen, in dem lange geraucht wurde. Die Wände waren verfärbt und der Raum roch stark nach Rauch. Wir haben Wände und Fenster so behandelt wie oben beschrieben. Mit den Trocknungszeiten hat es vier Tage gedauert. Danach war der Raum sauber und hell, als wäre nie etwas gewesen.
Geht der Geruch weg?
Der Rauchgeruch sitzt in den Wänden. Binden kann man ihn nur mit einer lösemittelhaltigen Isolierfarbe. Eine normale Wandfarbe deckt den Geruch nicht ab, auch wenn sie hell ist. Gerüche sitzen aber auch in Textilien, Teppichen, Vorhängen und Einbauschränken. Wenn diese bleiben, kann ein Rest Geruch bleiben. Gutes Lüften in den ersten Wochen hilft.
Mietwohnung: Wer bezahlt?
Normale Abnützung bezahlt der Vermieter. Starke Schäden durch Rauchen können bei der Wohnungsabgabe dem Mieter belastet werden. Was genau gilt, hängt vom Mietvertrag, vom Alter des letzten Anstrichs und vom Abnahmeprotokoll ab. Im Zweifel fragen Sie die Verwaltung oder den Mieterverband.
Wir arbeiten auch für Verwaltungen und Vermieter, vom einzelnen Zimmer bis zur ganzen Wohnung. In der Offerte führen wir Reinigung und Isolierung separat auf.
Fazit
Bei einer Raucherwohnung kommt es auf die richtige Farbe an: zuerst isolieren, dann streichen. So bleiben die Wände weiss und Sie müssen nicht zweimal bezahlen. Wie Sie Wände allgemein richtig vorbereiten, lesen Sie im Ratgeber Wände vorbereiten.
Steht bei Ihnen ein Wohnungswechsel an? Wir schauen uns die Wohnung in Unterägeri, Oberägeri, Menzingen oder Neuheim kostenlos an.
FAQ
Kann ich Nikotin einfach überstreichen? Nein. Ohne Isolierfarbe schlagen die gelben Flecken meist wieder durch.
Wie lange dauert das? Ein Zimmer dauert mit den Trocknungszeiten ein paar Tage. Bei einer ganzen Wohnung entsprechend länger.
Wie viel teurer ist eine Raucherwohnung? Mehr Aufwand entsteht durch die Isolieranstriche und die Behandlung von Holz und Fenstern. Wie viel, hängt von der Belastung ab. Das sehen wir bei der Besichtigung. Mehr zu den Kosten lesen Sie im Ratgeber Was kostet es, eine Wohnung streichen zu lassen?.
Muss die Decke auch gemacht werden? Fast immer, denn Rauch steigt nach oben und die Decke ist oft am stärksten belastet.

