Maler Lehre in der Schweiz: Ein Beruf, bei dem man sieht, was man geschafft hat
Eine Maler Lehre in der Schweiz ist deutlich vielseitiger, als viele zuerst denken. Es geht nicht nur um Farbe und Pinsel, sondern um saubere Vorbereitung, Materialwissen, Kundenkontakt und Arbeiten, bei denen man am Ende sieht, was man geschafft hat.
Gute Malerarbeit beginnt nicht mit dem ersten Pinselstrich. Sie beginnt beim Abdecken, Schleifen, Spachteln, Prüfen des Untergrunds und beim genauen Hinschauen. Manchmal gehört auch dazu, zu erklären, warum etwas nicht einfach schnell schnell gemacht werden sollte.
Genau das macht den Beruf spannend.
Kurz erklärt
Die Ausbildung zur Malerin oder zum Maler EFZ dauert in der Schweiz drei Jahre. Sie findet im Lehrbetrieb, in der Berufsfachschule und in überbetrieblichen Kursen statt. Zusätzlich gibt es mit Malerpraktiker/in EBA auch eine zweijährige Grundbildung.
Offizielle Informationen:
berufsberatung.ch – Maler/in EFZ
SMGV – Grundbildung Maler
Wie läuft die Malerlehre in der Schweiz ab?
Die Ausbildung zur Malerin oder zum Maler EFZ dauert in der Schweiz drei Jahre. In der Regel arbeitet man vier Tage pro Woche im Lehrbetrieb und besucht einen Tag pro Woche die Berufsfachschule. Dazu kommen überbetriebliche Kurse, in denen wichtige Grundlagen geübt und vertieft werden.
Das Gute daran: Man ist nicht nur in der Schule, sondern steht früh im echten Arbeitsalltag. Man sieht Baustellen, Kundenwohnungen, Fassaden, Werkstätten und ganz unterschiedliche Situationen.
Am Anfang geht es oft um die Grundlagen. Räume abdecken. Material bereitstellen. Flächen vorbereiten. Werkzeuge reinigen. Einfache Arbeiten sauber ausführen.
Mit der Zeit kommt mehr dazu: Wände und Decken streichen, Risse ausbessern, Untergründe grundieren, Tapeten verarbeiten, Holz oder Metall behandeln, Farben abstimmen und Kundenprojekte sauber abschliessen.
Was viele unterschätzen
Malerarbeit sieht von aussen manchmal einfacher aus, als sie ist.
Eine Wand weiss streichen kann fast jeder irgendwie. Aber eine Wand so vorzubereiten, dass sie am Ende sauber aussieht, ist etwas anderes. Alte Dübellöcher, unruhige Untergründe, Flecken, schlechte Kanten oder falsche Farbe sieht man später sofort.
In der Lehre lernt man genau diese Details:
- Wann muss geschliffen werden?
- Wann reicht Spachtel, wann nicht?
- Welche Farbe passt zu welchem Untergrund?
- Wie klebt man sauber ab?
- Wie arbeitet man in einer bewohnten Wohnung, ohne Chaos zu hinterlassen?
- Wie spricht man mit Kunden, wenn vor Ort etwas anders ist als gedacht?
Das sind Dinge, die man nicht nur aus einem Buch lernt. Man muss sie machen, Fehler sehen, besser werden und mit der Zeit ein Gefühl dafür bekommen.
Ein Beruf mit viel Abwechslung
Kein Tag ist genau gleich. Einmal geht es um ein Zimmer in einer Wohnung, ein anderes Mal um eine Fassade, eine Renovation, eine Tapete oder eine Holzoberfläche.
Typische Arbeiten sind zum Beispiel:
- Innenanstriche
- Fassadenarbeiten
- Tapezierarbeiten
- Renovationen
- Holzlasuren
- Lackierungen
- kleine Ausbesserungen
- Farb- und Materialberatung
- Schutz und Pflege von Oberflächen
Gerade diese Mischung macht den Beruf interessant. Man arbeitet praktisch, sieht Resultate und hat trotzdem immer wieder neue Situationen.
Was man mitbringen sollte
Für die Malerlehre braucht es nicht nur Interesse an Farben. Viel wichtiger sind Zuverlässigkeit, Geduld und sauberes Arbeiten.
Hilfreich ist, wenn man:
- gerne praktisch arbeitet
- sorgfältig ist
- ein Auge für Details hat
- körperlich belastbar ist
- im Team arbeiten kann
- freundlich mit Kunden umgeht
- nicht sofort aufgibt, wenn etwas nicht beim ersten Mal klappt
Man muss am Anfang nicht alles können. Dafür ist die Lehre da. Aber man sollte bereit sein, dazuzulernen und Verantwortung für die eigene Arbeit zu übernehmen.
Was nach der Lehre möglich ist
Nach der Lehre stehen verschiedene Wege offen. Man kann zuerst Berufserfahrung sammeln, sich auf bestimmte Arbeiten spezialisieren oder später Weiterbildungen machen – zum Beispiel in Richtung Projektleitung, Farbgestaltung, Denkmalpflege oder Malermeister.
Neben der dreijährigen Ausbildung Maler/in EFZ gibt es auch die zweijährige Grundbildung Malerpraktiker/in EBA. Für manche ist das der passendere Einstieg ins Malerhandwerk. Wer später weitergehen möchte, kann je nach Situation darauf aufbauen.
Warum der Beruf Zukunft hat
Wohnungen, Häuser, Fassaden und Innenräume müssen gepflegt, erneuert und gestaltet werden. Gleichzeitig verändern sich Materialien, Kundenwünsche und Anforderungen. Nachhaltigere Produkte, bewusster Umgang mit Reststoffen und saubere Verarbeitung werden wichtiger.
Der Beruf bleibt also handwerklich – aber nicht stehen.
Fazit
Die Malerlehre in der Schweiz ist ein guter Weg für Menschen, die gerne praktisch arbeiten und am Ende sehen möchten, was sie geschafft haben.
Der Beruf ist nicht immer bequem. Es gibt staubige Arbeiten, anstrengende Tage und Flächen, die mehr Geduld brauchen als gedacht. Aber genau das gehört dazu.
Für uns ist Malerarbeit ein Handwerk, bei dem Sorgfalt sichtbar wird. Wenn ein Raum am Ende sauber, frisch und stimmig wirkt, sieht man die Arbeit – auch wenn vieles davon in der Vorbereitung passiert ist.
FAQ
Die Ausbildung zur Malerin oder zum Maler EFZ dauert in der Schweiz drei Jahre. Sie findet im Lehrbetrieb, in der Berufsfachschule und in überbetrieblichen Kursen statt. Zusätzlich gibt es mit Malerpraktiker/in EBA eine zweijährige Grundbildung.
Man lernt unter anderem Räume vorzubereiten, Flächen zu schützen, Wände und Decken zu streichen, Untergründe zu prüfen, zu spachteln, zu schleifen, zu grundieren und mit Farben, Lacken oder Tapeten zu arbeiten.
Ja, der Beruf ist praktisch und körperlich. Man arbeitet auf Baustellen, in Wohnungen, an Fassaden oder in der Werkstatt. Dafür sieht man am Ende sehr direkt, was man geschafft hat.
Die Lehre passt zu Menschen, die gerne praktisch arbeiten, sorgfältig sind, ein Auge für Details haben und gerne sichtbare Ergebnisse schaffen.

